…wie sehr man sich doch entwickeln kann. Ich war heute nach den Sommerferien erstmals wieder in meinem “alten” VBall-Training. Ok, das ist alles noch relativ oldschool.

Es gibt da zwei bzw. drei Gruppen, die Montags in der Halle sind. Eine spielt von 19h – 20.30h die anderen beiden parallel danach. Erste Gruppe spielt etwas fortschrittlicher – also Stellen von der 2 und zurückgezogene 6. Wobei das wirklich nichts heißen muss. Als Außenangreifer hängt man doch sehr oft in der Luft, weil a) die Annhame meist recht bescheiden ist und b) der/die Steller/in nicht die Möglichkeiten besitzt einen guten Ball auf die 4 zu spielen. Meist geht es dann über die Mitte, weil es leichter ist, den Ball einfach hoch ans Netz zu bringen. Tja, und im Allgemeinen zeichnen sich die Spieler weniger durch hohe volleyballerische Fähigkeiten, denn durch sehr großen Einsatz und relativ viel Erfahrung aus. Ich sage mal, gegen unsere Mixed-Mannschaft würden die auch mit 6 Männern wohl kein Licht sehen, weil es doch relativ berechenbar ist, was gespielt wird. Die Leutchen kenne ich auch nicht so gut und spiele eigentlich nur mit, wenn “Not am Mann” ist – also fast immer ;-)

Die anderen beiden Gruppen sind vom “Volleyballverstand” noch weiter zurück. Das was man in der Schule lernt, also Stellen von der 3 und 6 vorne auf der 3m Linie wird hier meist praktiziert. Alle Leutchen sind halt schon älteren Semesters und sind dieses System gewohnt und spielen es seit Jahren(-zehnten), von daher lohnt eine Umstellung kaum. Doch hier ist vor allem bei der einen Gruppe zu beobachten, dass sie in der Defensive teilweise wirklich sehr stark ist. Das ist die berühmte Gummiwand, die alles zurück bringt, wenn auch nicht wirklich gefährlich, aber meist macht der Gegner doch den Fehler. So haben sie auch schon ein Turnier für sich entscheiden können. Wobei die volleyballerischen Fähigkeiten wirklich nicht sonderlich hoch sind. Das soll nicht despektirlich klingen oder überheblich, immerhin habe ich dort meine ersten Erfahrungen und Schritte machen dürfen und bin auch dankbar dafür, aber 90% der anwesenden Spieler können mit einem Meter-, oder Schuss-Ball nix anfangen.

Das ist dann schon eine krasse Umstellung zum Trainingsalltag, wo zumindestens das Training selbiger Spielzüge Tagesordnung ist. Und (ohne mich selbst jetzt groß loben zu wollen) fällt mir auf, welche Entwicklung ich in den letzten Monaten durchgemacht habe. Da ich mittlerweile auf Steller umgeschult werde (was ich persönlich auch lieber tue, als anzugreifen), und dementsprechend fast täglich zu Hause sitze um meine Pritschtechnik zu verbessern (so ein Ball in der Werbung ist da echt praktisch) und auch schon einige Fortschritte erzielt habe, wurde mir vor allem heute deutlich. Egal, wie beschissen die Annhame kam (und die kam echt nicht häufig wirklich gut), ich habe es fast immer geschafft den Ball passabel zum Angreifer zu bekommen. Auch fiel mir auf, dass ich bei der gegnerischen Angabe immer völlig übergangen wurde, da die Annahme im Gegensatz zum Rest des Teams fast immer den Weg zum Steller fand. Solche Erlebnisse zeigen einem erstn einmal auf, wofür man trainiert. Dinge, die man so vielleicht gar nicht sehen würde, da sich ja alle im team entwickeln und somit der eigene Fortschritt relativ unsichtbar bleibt. Ich will gar nicht wissen, was gewesen wäre, wenn ich mir damals nicht im Fussball den Knieschaden zugezogen hätte, sondern die komplette letzte Saison mitbestritten hätte. Gut, hypothetischer Kram, aber es tut gut zu wissen, das sich was bewegt. Und heute war es das erste Mal, dass ich gefragt wurde, ob ich nächste Woche wiederkäme und bedauern auf mein Nein erntete und zwar nicht, weil ich so ein lieber Kerl bin, sondern wegen der Qualitätsverbesserung im Spiel.

Mir geht´s echt gut heute abend – bau mal schnell ein Netz auf hier und übe noch ein bißchen ;-)