Die DFB-Elf spielte heute Abend gegen die Zyprioten (sorry
dogfood
, für mich bleiben das einfach Zyprioter, egal was Wiki oder der Duden da sagt :-) ) und das Spiel endete 1-1. So viel zu den nackten Tatsachen.
Das letzte Spiel eines tollen Jahres war alles andere als das. Die Mannschaft von Jogi und Hansi stolperte mehr über den Platz, als dass sie lief, geschweige denn kombinierte. Man hätte fast meinen können Deutschland würde in Weiß spielen. Die weißen Männchen machten nämlich genau das alles, was die Deutschen bisher in diesem Jahr so ausgezeichnet hatte:

Pressing, frühes “auf den Mann gehen”, den Gegner zu Fehlern zwingen und eine extrem schnelle Umschaltung von Abwehr auf Angriff. Dazu noch eine sehr ordentliche Portion Aggressivität (mir etwas zu viel – da können wir dankbar sein, dass die Deutschen nur mit blauen Flecken heim kehren) und ruck zuck hatten sie den Deutschen schon Mitte der ersten Hälfte den Schneid abgekauft. Nun muss man dazu sagen, dass bei den Rothemdchen heute aber so gut wie nix zusammen lief. Die linke Achse aus Schweinsteiger und Lahm ist schon in der Bundesliga mehr negativ als positiv aufgefallen und über rechts ist Odonkor zwar schnell, aber dann kommt eine lange lange Zeit nix – von einer gescheiten Ballannahme mal ganz zu schweigen. Ballack ist seine Rolle in Chelsea deutlich anzumerken gewesen, immer wieder ging er nach vorn um für Gefahr zu sorgen und war auch mit Abstand der torgefährlichste Spieler in den Reihen der Deutschen. Naja, wobei dies auch keine Kunst war. Ich glaube Neuville und Klose hatten zusammen eine halbe Chance und Hanke tat das, was er am Besten kann – Bälle verdaddeln.

Einzig positive Überraschung für mich war Clemens Fritz, der als Einziger heute so etwas wie Normalform zeigte, sich hinten sehr diszipliniert präsentierte und auch hier und da auch gefährliche Vorstöße nach vorne wagte. A propos hinten. Mutig von Jogi den zuletzt etwas verunsichert wirkenden Friedrich (M.) aufzustellen (mangels Alternative?!). Dazu noch ein Torwart, der Angst vor Rückpässen hatte, wie der Teufel vor dem Weihwasser und ruck zuck stand die Hintermannschaft da, wie ein Hühnerhaufen. Das war auch der einzige Fehler von Fritz, ein etwas zu lässig geschobener Rückpass auf Hildebrand hätte beinahe das 2-1 bedeutet. Wobei ich mich ehrlich frage, warum Timo eigentlich ständig den Ball nur abgeworfen hat. Wie viele Abschläge hatte der im Spiel? 5?

Fazit: Deutschland ein Wintermärchenschlaf. Das 1-1 ist fast schon schmeichelhaft, aber wenn wir uns qualifizieren kräht kein Hahn mehr danach. Solche Spiele muss man einer jungen Mannschaft auch zugestehen und im Rückblick auf das, was sie dieses Jahr an Reputation gewonnen hat, ist dieser kleine “Ausrutscher” fast schon nicht mehr die Rede wert.

Ach so – Der Weltmeister spielte nur 1-1 zu Hause gegen die Türken, Der Vize “nur” 1-0 gegen den amtierenden (*hmpf*) Europameister und Spanien vergeigt zu Hause gegen die Rumänen mit 0-1. Wir sind also in bester Gesellschaft, oder?