Mo 19 Feb 2007
Beste Zeit
Posted by NoelsieW under Every Day living and thinkin', Thoughts
[6] Comments
Heute Abend war ich mal in Mainz auf dem Schillerplatz den Rosenmontag feiern. Man kann sich der Narretei ja doch nicht ganz entziehen. Und während ich da so stand und mir das Menschen ansah, wie sie fröhlich und lachend tanzten kam mir ein Gedanke:
Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist.
Nix Neues oder?
Stimmt.
Allerdings beziehe ich das jetzt mal auf die Makroebene: Das Leben.
Sollte man hier auch aufhören, wenn es am Schönsten ist? Also wenn man das Gefühl hat, dass alles gut ist. Dass man zufrieden, glücklich und sorgenfrei ist. Sollte man sich dann die Kugel geben?
Ich persönlich halte nichts von Selbstmord, aber wenn ich so darüber nachdenke, dann frage ich mich, ob es im Alter schöner werden kann? Was erwartet mich dort? Ist jedes Alter irgendwo “schön”? Oder nimmt einem der körperliche Verfall irgendwann die Freude am Leben? Da bekomme ich auch ein wenig Angst, wenn ich ehrlich bin.
Klar, ich möchte Kinder haben. Ein Haus. All das, was erstrebenswert scheint. Doch das Streben nach Glück ist bullshit. Wenn man ständig danach strebt, dann ist man es ja nie oder? Man kann ja nicht ein bisschen glücklich sein. Entweder ist man glücklich oder unglücklich. Oder neutral. Klar kann man jetzt differenzieren und sagen:
“Im Privaten bin ich glücklich, aber im Finanziellen nicht”
Doch was wäre man dann mit einem Wort? Beides zugleich ist unlogisch. Also muss man gewichten. Bestimmen, was einem wichtiger ist.
Bin ich also privat sehr glücklich und gewichte dies hoch, wird es vom finanziellen (welches vielleicht niedriger gewichtet wird) nicht sonderlich tangiert. Da muss also jeder für sich fest stellen, was er will.
Ich würde momentan sagen, dass ich glücklich bin. Ich bin so einigermaßen gesund und habe keine Sorgen. Finanzielle zwar, aber private nicht. Kann es noch besser werden? Wonach streben wir? Was ist das Ziel? Gibt es eines?
Und schon wären wir beim Sinn des Lebens.
Diese Diskussion möchte ich jetzt eigentlich nicht los treten, aber darauf läuft es doch zwangsläufig hinaus. Wann bin ich glücklich und ist “glücklich sein” der Sinn des Lebens? Und wenn ich dieses Ziel erreicht habe, sollte ich dann aufhören zu leben? Weil kann es dann noch besser werden?
Ach ich glaube es wird gerade kompliziert.
Ich muss darüber nachdenken…

Februar 21st, 2007 at 14:19
was ich lese, lässt in mir millionen Gedanken sprießen…
das ist zum einen dieser Spruch
“Wenns am Schönsten ist, soll man gehen”.
Ich glaube nämlich, dass wir den nicht wörtlich fassen sollten als vielmehr übertragen auf die jeweilige Situation.
´Gehen´ ist auch nicht der (Todes-)Abgang als vielmehr eine Art Schlussstrich ziehen, den man auch zieht, wenn Menschen einen verlassen oder Situationen ´zu Ende` sind.
Menschen gehen, wenn man sie gehen lässt.
Menschen werden auch gegangen, ohne dass man sie gehen lassen wollte, aber dann muss man sie irgendwann auch gehen lassen…
aber darum geht es gar nicht.
Aufhören, wenns am Schönsten ist heißt auch, nicht weiter zu streben und sich mit dem, was du da erreicht hast vollauf zufrieden zu sein.
lieben- mehr geht einfach nicht.
Klar kannst du immer mehr erreichen wollen, aber das läuft auf Perfektionismus hinaus, der schon in sich selbst widersprüchlich ist und den anzustreben nicht lohnt, wo doch dein Glück direkt vor deiner Nase liegt…
Wenn man diesen Spruch aber mit dem Tod interpretiert, dann frage ich mich was das soll,
denn bevor ich mir das Leben nehme (nehmen lasse) überlege ich mir drei mal, ob es nicht noch schönere Momente gibt als diesen… und dann fängst du vielleicht an dich mit den schönen Momenten gar nicht mehr zufrieden zu geben, weil dann könnte es ja auch der schönste sein und dann wäre dein Leben ja vorbei und du willst ja so viel erleben, dass du sagen kannst, das sei der schönste Moment..
Ich weiß nicht warum, aber schon oft wurde dieser Spruch so verstanden. Dass er aber damit nur die Angst zeigt, sich für einen Moment zu bekennen und ihn als einen guten oder den besten zu bezeichnen, bleibt dabei im Verborgenen.
Diese Aussprüche, von denen es viele gibt, kann ich genau deshalb nicht schön finden. Und es geht nicht darum das Leben in Kategorien zu teilen (mein schönster Tag, Jahr, Moment, Freund, Kuss, etc.) als vielmehr das Leben und sich selbst greifbar zu machen.
Wie kann ich denn glücklich bleiben oder sagen, was mir gefällt und mich zufrieden stellt… doch nur, wenn ich weiß, was ich will, und das weiß ich, wenn ich auch weiß, was mir gefällt… und das mache ich an Erfahrungen fest… Der Mensch ist ein Gewohnheitstier!
Und da es dem Menschen aus für mich unerfindlichen Gründen leichter fällt zu sagen, was ihm nicht gefällt als was ihm gefällt, läuft das Schöne an den Kriterien des weniger Schönen entlang und damit auch an dem Spruch „Wenns am Schönsten ist, soll man gehen“.
Der Mensch bleibt also so lange, bis er einen Moment gefunden hat, der ihm gefällt, dass er gehen kann, weil er aber oft noch etwas zu kritisieren weiß und auch wissen will, was es `besseres` noch geben kann, wird er sich nicht zufrieden geben und weiter kritisieren und negativ sehen…
Das läuft tatsächlich auf die Frage hinaus, was der Sinn des Lebens ist…
Aber dazu ein andern mal.
Nur so viel:
Es gibt eine Qualitätsverschiebung hinsichtlich der Zielorientierung im Sinnhaften, auch Absurden genannt,…
Februar 21st, 2007 at 14:45
Interpretieren wir es aber als eine Deadline, bei der man sich selbst entscheidet, wann was passiert,
dann kann und sollte man sich schon fragen, warum man diesen Moment mehr lebenswert findet als einen anderen, den man vielleicht noch nicht kennt…
Dafür aber gibt es selten eine Erklärung.
Sicherlich ist jedes Alter lebenswert und hat seine schönen und nichtschönen Seiten.
Wichtig ist, dass du nicht mit dem Maßstab eines 20jährigen deine 50 oder 60 Jahre einschätzt.
Dann nämlich wirst du eher nicht glücklich.
Also, was ich will ich sagen:
Alles hat seine Seiten, die es zu entdecken gilt und auch entdeckt werden wollten. Und weil du nur dieses eine Leben hast solltest du deine Moment noch viel mehr auskosten.
Etwas mehr auskosten heißt auch nicht, es auszureizen oder bis an die Grenzen zu treiben.
Es bedeutet einfach auch noch einen Moment die Augen auf machen und schauen oder noch einen Moment den Mund halten und hören oder noch einen Moment länger anstrengen…
Das gesunde Mittelmaß. Der Mittelweg, wie ihn Aristoteles schon vorschlug.
Der körperliche Verfall hat natürlich Einfluss auf dein Leben, aber das passierte auch als du laufen lerntest oder Fahrrad fahren konntest oder endlich ohne Mutti nach Hause von de Schule gehen durftest oder als du merktest, dass du mit deinem Körper auf das andere Geschlecht wirkst etc. Dein Alter Körper eröffnet dir aber auch neue Perspektiven, dein Horizont erweitert sich… Vielleicht kannst du wirklich nicht mehr einfach so mal 20m mit deinem besten Freund um die Wette rennen, dafür aber kannst du ihm dann mit deinem Stock Dinge zukicken, wie du es früher nicht konntest…
Alter ist keine Einschränkung WENN DU ES NICHT ZU EINER MACHST..-
[anm. d. Verf.: ich selbst will aber nicht niemals alt werden...]
Februar 23rd, 2007 at 20:02
Ich darf kurz an eine Diskussion erinnern, in der es um “die 100%ige” ging. Wann weiß man es, ob sie es ist?
Wann weißt Du also, ob es am Schönsten ist?
Ich zitiere Dota Kehr und die Stadtpiraten:
Februar 23rd, 2007 at 23:33
>> Wann weiß man es, ob sie es ist?
Wenn man sich genau diese Frage nicht mehr stellt.
Februar 24th, 2007 at 00:17
Guter Punkt.
Niemand kann Dir sagen, ob Du glücklich bist.
Du weißt es einfach.
Ist wie auserwählt sein…
Februar 24th, 2007 at 15:47
@ Björn: Ich hatte schon die Situation, dass ich mir die Frage nicht mehr gestellt hatte, und doch hat es sich am End herausgestellt, dass sie es nicht war…