Do 14 Feb 2008
Ein bisschen…
Posted by NoelsieW under About the man writin', Blogsphere, Every Day living and thinkin', Friends, Last Movie Watched, My Car, PC, Poker, SG Eintracht Frankfurt, Short Stories, Soccer, Sports, The World today, Thoughts, Uni, VBall, Website
[8] Comments
Ich weiß nicht, ob mir irgendwer dieses Gefühl nachempfinden kann. Das Gefühl alles zu können. Allerdings alles auch wieder nur ein bißchen. Beispiele?
Ich spiele Schach. Recht passabel. Aber wenn ich online gegen Gegner spiele, die so alt wie ich sind und ein Rating von 2000 und mehr haben (eigenes Rating 1600), dann verliere ich eigentlich regelmäßig. Es liegt noch nicht mal daran, dass ich grobe Fehler mache, es ist viel mehr die Tatsache, dass mir der Plan für eine komplexe Strategie im Schach völlig abgeht. Ich denke so zwei, drei Züge im Voraus und habe auch hier und da nen Plan, aber so richtig gut, ist es eben nicht. Es reicht wohl aus um 50 oder mehr Prozent der anwesenden Spieler zu schlagen. Für mehr auch nicht.
Ich kann gut mit Computern. Keine Frage, ich habe so manchen PC schon nächtelang auseinander genommen und wieder zusammen gebaut. Habe Betriebssyseme installiert, Fehler gesucht, Platten gewechselt, all den Spaß. Mehrmals. Doch als Computerexperte würde ich mich nie bezeichnen. Ich sehe mich als fortgeschrittenen Anwender, aber wenn ich mir dann Freunde, Bekannte oder Forenbesucher ansehe – da werd ich ganz schnell weich und fühl mich saublöd.
Gleiches Thema – andere Baustelle
Autos. Ich kann gut mit Autos. Die erinnern mich immer an Lego oder so. Man kann an ihnen basteln, schrauben, Dinge aus und einbauen und sonst so allerlei machen. Da kenne ich mich auch etwas aus. Ich kann Zündkerzen wechseln, weiß wo welche Flüssigkeit rein muss. Bremsbeläge und Sitze ausbauen und auch das Radio in Gang bringen. Ja, sogar blaues Licht habe ich mir schon mal in nen Tacho gebaut. Doch dann kommt ein Bekannter von mir, erzählt mir was von hier und da, Ventildeckeldichtung und dem Unterschied zwischen ner Endstufe und nem Verstärker und ich sitz daneben und bekomme schon wieder das Gefühl keine Ahnung zu haben.
Ähnlich geht es mir im Volleyball. Das kann ich auch. Ganz passabel. Aber eben nicht wirklich richtig gut. In meinem erweiterten Bekanntenkreis kenne ich bestimmt 10 Leute, die das besser können, als ich. Meine Fehlerquote ist immernoch zu hoch, die Bälle landen nicht immer da, wo sie sollen etc. pp. Und auch hier habe ich öfters das Gefühl, dass ich eigentlich kaum etwas weiß bzw. kann.
Weitere Beispiele?
Fußball. Ich kenn mich da aus. Ehrlich. Interssiert mich ja auch. Die Eintracht ist mein Steckenpferd. Ganz klar. Doch wenn ich dann mein Tippspiel sehe, da liege ich auf dem letzten (!) Platz. Dafür reicht mein Sachverstand dann doch nicht aus. Ebenso, wenn ich mit Feunden Fußball schaue. Da gibt es den einen oder anderen, da sage ich gar nix mehr, weil der mich in puncto Wissen einfach an die Wand quatscht.
Dann ist da noch das Schreiben. Ich schreibe gerne. Ich wäre gerne Schriftsteller. Problem. Keine Ideen und, wenn ich das mal so sagen soll, ich mag meinen Stil nicht so gerne. Mir fehlt einfach was, was andere Leute auszeichnet. So ein gewisser Wortwitz, den ich im Alltag und in Gesprächen immer parat habe, bei Schreiben fehlt er mir fast völlig. Auch sehe ich andere Blogs an und wünsche mir, ich könnte so gut schreiben. Dafür, dass ich evtl. in den Journalismus oder in den PR-Berich will – dafür ist es eigentlich zu wenig.
Auch ein schönes Beispiel ist Heimwerken. Das kann ich auch ganz gut, aber ab einem bestimmten Punkt ist dann Feierabend. Kacheln an die Wand bringen habe ich zwar schonmal gemacht, aber ob ich das nochmal hinbekomme? Ich glaube nicht. Laminat verlegen? Noch nie gemacht. Würde es mir zutrauen, aber ob das was wird? Klar, ich habe meiner Mum ne Küche gebaut. Ich habe keine zwei linken Hände und bin da recht begabt, aber auch hier gibt es Menschen, die das nicht professionell machen (mit denen braucht man sich nicht zu messen) und wo ich trotzdem daneben stehe und Bauklötze staune.
Und es gibt noch viele weitere Dinge in meine Leben, die ich einfach nur ein bißchen kann.
Autofahren. Singen. Tanzen. Physik & Mathe. Filmwissen. Bierzapfen. Kellnern. Gescheites Benehmen. Frauen verstehen. Politik. Finanzen. Allgemeinbildung. Poker.
Mir hat mal eine Dozentin im WiPäd-Seminar gesagt, ich könnte ein guter Lehrer sein, aber ich wäre zu oberflächlich. Mir fehlt die Tiefe in meinem Wissen. Und ich sage Euch was. Sie hatte Recht. Mir fehlt die Tiefe. Ich höre an einem bestimmten Punkt auf mich für Dinge zu interessieren. Ich habe das Gefühl in allem nur Durchschnitt zu sein. Größe, Gewicht, Aussehen, Charakter, Talent.
Ich kann eben alles und ich habe von allem etwas. Aber eben nur ein bisschen. Und da stellt sich doch ganz zwangsläufig die Frage: Was will ich mal machen, wenn ich groß bin? Ich beneide Menschen, die eine Bestimmung gefunden haben. Ich habe noch keine…

Februar 14th, 2008 at 22:12
Ich kann dich verstehen. Aber ich finde das nicht schlimm. Ich denke, du bist eher der Typ Autodidakt, kannst dir also selbst viele Grundlagen zu vielen unterschiedlichen Dingen aneignen. Das ist eine ziemlich gute Eigenschaft oder Fähigkeit, die immer wichtiger wird in der heutigen Zeit.
Der Prozess, irgendetwas in einer hinreichenden Tiefe zu erlernen, so dass man vielleicht als Experte auf dem Gebiet gelten kann, ist immens schwer. Das schafft fast niemand. Und es erfordert nochmal mehr Arbeit. Wenn man aber etwas lernt, wenn man das beigebracht bekommt von einem Lehrer/Trainer/Mentor, so wie bei mir Volleyball oder Physik, dann ist es einfacher besser zu werden. Man muss nicht durch den schwierigen Prozess, durch Fehler sein Wissen evolutionär zu vergrössern sondern macht einfach, angeleitet, das Richtige und prägt sich das ein. Macht man die Fehler aber selbst, dann ist das wesentlich ergieber und das Wissen ist besser.
Es wird immer weniger Experten geben, weil es wichtiger ist, interdisziplinär arbeiten zu können und verschiedene Dinge verknüpfen zu können.
Das mit dem Durchschnitt überlese ich mal getrost, weil es schlicht nicht stimmt oder unwichtig ist. Mach dir mal keine Gedanken, dass du kein wirkliches Spezialgebiet hast, was dich vielleicht auszeichnet, auch wenn ich das gar nicht glaube, sowas hat jeder irgendwie, man muss es nur mal richtig benennen.
Ich glaube, das war ein sehr konfuser Kommentar, weil ich ihn vor und nach dem Kino geschrieben habe. Was ich aber noch sagen wollte war, dass ich früher auch lange Zeit sehr gerne Schach gespielt habe, nicht besonders gut und im Moment wäre ich wohl kein guter Gegner für dich, aber ich würde es gerne mal wieder machen, wäre also toll, wenn wir mal dazu kämen, wenn du Lust hast.
Februar 14th, 2008 at 23:00
Ich empfehle http://www.schacharena.de (Live Play mit oder ohne Uhr) oder http://www.redhotpawn.com (Semi live Play mit Timeout von bis zu 7 Tagen pro Zug) oder http://www.pogo.de (Live Play mit Uhr Einstellung von 1 Minute pro Spiel bs unendlich)
Nickname: Daywalker0803 bei allen 3
Februar 14th, 2008 at 23:07
Ich empfehle Holzbrett, Holzfiguren und ne analoge Schachuhr, dazu ein mehr oder weniger ruhiges Plätzchen, dann läuft die Sache auch mit Stil
Was ich eigentlich noch sagen wollte, man kann ja immer vom Wissen von Anderen profitieren. Das ist ja eigentlich auch das Wichtigste, dass Wissen verteilt wird.
Februar 14th, 2008 at 23:10
Heute geht’s einfach nicht geordnet
Warum fällt dir das gerade heute ein? Und von deiner Liste mit Dingen, die du so ein bisschen kannst, kann ich die Hälfte gar nicht, also stuf das mal nicht so ab.
Februar 14th, 2008 at 23:46
Keine Ahnung, war einfach so ein Gedanke, trage den schon ewig mit mir rum…
Februar 16th, 2008 at 12:44
das, wovon du redest, nils, klingt für mich nach:
“ich könnte alles sein (und bin nix ganz..)”
und diese phase schreib ich zum großteil den 20-30ern zu,
denn in dieser zeit ebnet sich jeder seinen weg, den er im weiteren leben gehen will..
um einen weg zu gehen,
muss man wissen,
was man will und
um zu wissen,
was man will,
muss man gucken,
was man kann und was einen interessiert und
wo man wieviel energie reinstecken kann
(dass auch was bei rumkommt)..
und ich finde björn hat völlig recht:
(I)wissen muss verbreitet werden und dafür
(II) muss angeleitet gelernt werden (durch einen coach..)
und deine stärke, nils, ist in meinen augen das
schnelle Erfassen und analysieren einer/s Situation/Ereignisses.
und das ist widerum enorm wichtig für den journalistischen bereich,
denn nur der,
der die lunte riecht, bringt es zu was..
das schreiben,
das du für diese berufe brauchst,
was ja mittel zum zweck ist,
ist dann wieder erlernbar (durch einen coach, der ein buch sein kann..)..
und vielleicht kannst du deine fähigkeiten kombinieren und erst zusammen ergeben sie das,
was du “perfekt” nennst..
in diesem sinne:
Absenti non nocet anguis.
Februar 16th, 2008 at 20:28
Ja, aber gibt es denn Alernativen zum journalisitischen Bereich?
Was, wenn ich das nicht machen will??
Februar 17th, 2008 at 12:26
schau doch einfach mal in die verschiedenen jobs rein,
indem du auf messen gehst oder
auch praktika machst..
du kannst auch mal eine (charakter-)studie machen und fragen beantworten,
um herauszufinden,
was du wie willst und
wie du bereit bist da energie reinzustecken..
wie willst du denn wissen,
was du willst,
wenn du nicht weiß,
wie der job xy ausschaut?..
oder dein job, den du bereits machst/machtest:..
schau doch mal,
was es da für weitere möglichkeiten (aufstieg, höhere positionen) gibt!..
vielleicht kannst du auch über JAN im WDR einen JOB bekommen,
auf jeden fall über/durch/mit JAN über einzelne jobs dort informieren..
ich mein, du weißt das ja alles..
jetzt musst du halt anfangen dich einzuordnen,
denn langsam verengt sich die spur und
du musst den blinker setzen,
um dich einzuordnen und hoffen,
dass entweder dich jemand reinlässt oder
du dafür sorgst,
dass du reingelassen wirst..
ES LIEGT IN DEINEN HÄNDEN!