Short Stories


Ich weiß nicht, ob mir irgendwer dieses Gefühl nachempfinden kann. Das Gefühl alles zu können. Allerdings alles auch wieder nur ein bißchen. Beispiele?

Ich spiele Schach. Recht passabel. Aber wenn ich online gegen Gegner spiele, die so alt wie ich sind und ein Rating von 2000 und mehr haben (eigenes Rating 1600), dann verliere ich eigentlich regelmäßig. Es liegt noch nicht mal daran, dass ich grobe Fehler mache, es ist viel mehr die Tatsache, dass mir der Plan für eine komplexe Strategie im Schach völlig abgeht. Ich denke so zwei, drei Züge im Voraus und habe auch hier und da nen Plan, aber so richtig gut, ist es eben nicht. Es reicht wohl aus um 50 oder mehr Prozent der anwesenden Spieler zu schlagen. Für mehr auch nicht.

Ich kann gut mit Computern. Keine Frage, ich habe so manchen PC schon nächtelang auseinander genommen und wieder zusammen gebaut. Habe Betriebssyseme installiert, Fehler gesucht, Platten gewechselt, all den Spaß. Mehrmals. Doch als Computerexperte würde ich mich nie bezeichnen. Ich sehe mich als fortgeschrittenen Anwender, aber wenn ich mir dann Freunde, Bekannte oder Forenbesucher ansehe – da werd ich ganz schnell weich und fühl mich saublöd.

Gleiches Thema – andere Baustelle

Autos. Ich kann gut mit Autos. Die erinnern mich immer an Lego oder so. Man kann an ihnen basteln, schrauben, Dinge aus und einbauen und sonst so allerlei machen. Da kenne ich mich auch etwas aus. Ich kann Zündkerzen wechseln, weiß wo welche Flüssigkeit rein muss. Bremsbeläge und Sitze ausbauen und auch das Radio in Gang bringen. Ja, sogar blaues Licht habe ich mir schon mal in nen Tacho gebaut. Doch dann kommt ein Bekannter von mir, erzählt mir was von hier und da, Ventildeckeldichtung und dem Unterschied zwischen ner Endstufe und nem Verstärker und ich sitz daneben und bekomme schon wieder das Gefühl keine Ahnung zu haben.

Ähnlich geht es mir im Volleyball. Das kann ich auch. Ganz passabel. Aber eben nicht wirklich richtig gut. In meinem erweiterten Bekanntenkreis kenne ich bestimmt 10 Leute, die das besser können, als ich. Meine Fehlerquote ist immernoch zu hoch, die Bälle landen nicht immer da, wo sie sollen etc. pp. Und auch hier habe ich öfters das Gefühl, dass ich eigentlich kaum etwas weiß bzw. kann.

Weitere Beispiele?

Fußball. Ich kenn mich da aus. Ehrlich. Interssiert mich ja auch. Die Eintracht ist mein Steckenpferd. Ganz klar. Doch wenn ich dann mein Tippspiel sehe, da liege ich auf dem letzten (!) Platz. Dafür reicht mein Sachverstand dann doch nicht aus. Ebenso, wenn ich mit Feunden Fußball schaue. Da gibt es den einen oder anderen, da sage ich gar nix mehr, weil der mich in puncto Wissen einfach an die Wand quatscht.

Dann ist da noch das Schreiben. Ich schreibe gerne. Ich wäre gerne Schriftsteller. Problem. Keine Ideen und, wenn ich das mal so sagen soll, ich mag meinen Stil nicht so gerne. Mir fehlt einfach was, was andere Leute auszeichnet. So ein gewisser Wortwitz, den ich im Alltag und in Gesprächen immer parat habe, bei Schreiben fehlt er mir fast völlig. Auch sehe ich andere Blogs an und wünsche mir, ich könnte so gut schreiben. Dafür, dass ich evtl. in den Journalismus oder in den PR-Berich will – dafür ist es eigentlich zu wenig.

Auch ein schönes Beispiel ist Heimwerken. Das kann ich auch ganz gut, aber ab einem bestimmten Punkt ist dann Feierabend. Kacheln an die Wand bringen habe ich zwar schonmal gemacht, aber ob ich das nochmal hinbekomme? Ich glaube nicht. Laminat verlegen? Noch nie gemacht. Würde es mir zutrauen, aber ob das was wird? Klar, ich habe meiner Mum ne Küche gebaut. Ich habe keine zwei linken Hände und bin da recht begabt, aber auch hier gibt es Menschen, die das nicht professionell machen (mit denen braucht man sich nicht zu messen) und wo ich trotzdem daneben stehe und Bauklötze staune.

Und es gibt noch viele weitere Dinge in meine Leben, die ich einfach nur ein bißchen kann.

Autofahren. Singen. Tanzen. Physik & Mathe. Filmwissen. Bierzapfen. Kellnern. Gescheites Benehmen. Frauen verstehen. Politik. Finanzen. Allgemeinbildung. Poker.

Mir hat mal eine Dozentin im WiPäd-Seminar gesagt, ich könnte ein guter Lehrer sein, aber ich wäre zu oberflächlich. Mir fehlt die Tiefe in meinem Wissen. Und ich sage Euch was. Sie hatte Recht. Mir fehlt die Tiefe. Ich höre an einem bestimmten Punkt auf mich für Dinge zu interessieren. Ich habe das Gefühl in allem nur Durchschnitt zu sein. Größe, Gewicht, Aussehen, Charakter, Talent.

Ich kann eben alles und ich habe von allem etwas. Aber eben nur ein bisschen. Und da stellt sich doch ganz zwangsläufig die Frage: Was will ich mal machen, wenn ich groß bin? Ich beneide Menschen, die eine Bestimmung gefunden haben. Ich habe noch keine…

Ich habe ja schon öfters kurze Geschichten geschrieben und neulich kam mir eine Idee für eine weitere. Ich habe mal angefangen und noch ist sie nicht fertig. Sie wird möglicherweise auch etwas länger werden, als gedacht. Aber bisher geht sie mir recht gut von der Hand:

Kapitel 1

Zumindest wusste Ray nun, dass er nicht alleine war. Es gab noch andere wie ihn. Andere, die das gleiche Schicksal teilten. Jetzt, da in dem dämmrigen Raum stand, der von einem leichten Nebel durchzogen war, fühlte er sich zum ersten Mal seit damals frei, erntete er nicht mehr spöttische Blicke von Fremden und Freunden. Es war, als würde eine Tür geöffnet. Eine Tür in ein neues Leben. Das selbiges in einem sticken Hinterzimmer eines schäbigen Hotels beginnen sollte, hatte sich Ray sicherlich anders vorgestellt, aber die Tatsachen ließen sich nun mal nicht verleugnen. Ray atmete trotz der verqualmten Umgebung seit langer Zeit wieder tief durch und ließ sich auf einen der freien Sessel fallen. Sechs Augenpaare sahen ihn gespannt an. Jeder wollte seine Geschichte hören und Ray wollte sie bereitwillig erzählen. Doch bevor er beginnen konnte, wurde ihm das noch unausgesprochene Wort abgeschnitten.

«Bist Du Dir ganz sicher Carlos?»

Die Stimme klang tief und bedrohlich. Ray sah sich um und konnte im Schatten neben der Tür eine massige Gestalt ausmachen. Ihre Augen leuchteten auf, sobald sie an der Zigarette zog, ansonsten blieb sie im Dunkeln verborgen. Ray kroch ein leichter Schauer über den Rücken.

«Absolut Michael! Ray hat vielleicht nicht unbedingt die typischen Ausprägungen wie die anderen von uns, dafür aber Fähigkeiten, die den meisten weit überlegen sind. Ich musste ihn mitbringen. Ihn zurück zu lassen, mit dem Wissen er könnte in die Hände der…nun…das wäre einfach zu fahrlässig gewesen.»

«Das bedeutet also, dass Du keinen Test mit ihm durchgeführt hast, richtig? Du weißt, das Du unsere Gemeinschaft damit in sehr große Gefahr bringst.»

Michael alias der Schatten machte ein paar Schritte auf Carlos zu. Sein kantiges Gesicht wurde durch seine stahlblauen Augen noch unterstützt. Ray wusste sofort, dass mit ihm nicht zu spaßen war. Carlos sah Michael ernst an.

«Das konnte ich nicht, weil wir dafür einfach keine Zeit hatten. Nachdem ich Ray aufgespürt hatte, waren auch schon eine ganze Menge…also sie waren auf jeden Fall hinter uns her. Ich konnte mich lediglich davon überzeugen, wie stark Ray ist. Und wäre es mir nicht gelungen, ihn von unserer Sache zu überzeugen, könntest Du meine Asche im Fluß suchen gehen, Michael.»

Dabei hob Carlos seine rechte Hand oder das, was von seiner Hand noch zu erkennen war. Dick verbunden tropfte immer noch etwas Blut durch den Verband. Ray überkam ein tiefes Schuldgefühl. Er wusste bei ihrem ersten Aufeinandertreffen nicht, dass es Carlos gut mit ihm meinte. Außerdem hatte er seine Kräfte immer noch nicht vollständig unter Kontrolle. In bestimmten Situationen, Todesangst oder ähnliche Banalitäten, ließ er Kräfte frei werden, die sonst niemals zustande kamen, so sehr er sich auch bemühte. Ray wusste, dass Carlos die Wahrheit sprach: Hätte er es nicht geschafft ihn zu überzeugen, wäre Carlos mit großer Sicherheit von ihm getötet worden. Dies hatte Ray zuvor schon getan und er würde es wieder tun. Die Träume und Schatten würden ihn danach allerdings erneut für eine lange Zeit keinen Schlaf finden lassen.

«Also gut Carlos, dann müssen wir die Tests jetzt sofort durchführen. Er wäre eine zu große Gefahr für uns, falls sich herausstellt, dass er…, falls er sie eben nicht bestehen sollte.»

Ray war es leid, dass über ihn gesprochen wurde, als wäre er nicht im Raum und stand auf.

«Dürfte ich frage, um welche Tests es dabei geht?»

«Wir müssen herausfinden, auf welcher Seite Du stehst. Dazu gibt es verschiedene Indizien, die uns darauf schließen lassen, ob Deine Verwandlung schon beendet ist, oder ob sie gerade erst begonnen hat.»

Michael sah Ray direkt in die Augen, was bei ihm einen erneuten kalten Schauer zur Folge hatte.

Beendet?

Begonnen?

Ray wusste nicht genau, wovon Michael sprach. Sicher, es hatte eine Verwandlung mit ihm stattgefunden. Nun ja, Verwandlung war wohl die Untertreibung des Jahres, denn eigentlich müsste Ray tot sein. Aber er lebte. Und er fühlte sich so stark, wie noch nie in seinem Leben. Was wohl damit zusammenhing, dass er definitiv so stark wie niemals zuvor war.

Aber all diese Stärke nützte ihm in diesem Moment wenig. Ray war unsicher, was Michael wohl mit seinen Worten gemeint hatte. Sollte das etwa bedeuten, dass er wohlmöglich einer dieser…, dass er sich weiter verwandeln würde? In etwas Schlimmeres und Schrecklicheres, als er alles, was er kannte? Nein! Lieber würde Ray sterben, als eines dieser Dinger zu werden.

«Ray, hast Du gehört, was Michael gesagt hat?»

Carlos hatte ihn leicht an seiner Schulter gerüttelt und erst jetzt bemerkte Ray, dass er vor lauter Gedanken dem Gespräch der beiden Männer nicht weiter gefolgt hatte.

«Wie? Was? Nein, habe ich nicht, was hat er denn gesagt?»

Michael machte einen Schritt auf Ray zu: «Wenn Du wirklich so stark bist, wie Carlos behauptet ist es das Sicherste, wenn wir Dich zum Mandula bringen. Er wird Dich den Tests unterziehen und im Falle eines schlechten Ergebnisses stark genug sein, um es mit Dir aufnehmen zu können.»

«Mit mir aufnehmen? Aber ich will doch keinem etwas tun. Wieso sollte ich den Mandula angreifen wollen? Warum können wir die Tests nicht hier durchführen?»

«Wenn Du den letzten Test nicht bestehst Ray,» flüsterte Carlos, «dann wirst Du binnen Sekunden einer von Ihnen werden.» Er sah Ray in die Augen. «Und wir werden gezwungen sein, Dich zu töten. Ich habe Deine Stärke im Guten erlebt und will nicht wissen, wie stark Du wirst, wenn Du auf die andere Seite wechseln solltest.»

Ich musste heute mal etwas früher als gewöhnlich raus. So gegen halb acht, da ich um acht Uhr für eins, zwei Stunden arbeiten gehen wollte. Doch es war nichts mit der Herrlichkeit, bis zum Weckerklingeln dem Schlaf zu fröhnen, denn um exakt sieben Uhr klingelte mein Handy sturm.

Ich bin natürlich hochgeschreckt, in der Vermutung es sei etwas schlimmes passert und sehe nur “Unbekannter Teilnehmer”. Nach meinem Abheben meldete sich eine Stimme, von der ich im schlaftrunkenem Zustand zunächst nicht wusste, ob ich sie kenne oider nicht. Also tat ich zunächst so, als kennen wir uns (wird ja sonst echt peinlich). Doch schon im zweiten Satz machte mir die Stimme klar, dass sie ein völlig unbekannter Polizist aus Frankfurt sei.

Was ruft mich morgens um sieben die Polizei bitteschön an? Was habe ich denn getan? Ist irgendwas passiert? Wer liegt in welchem Krankenhaus, wo muss ich hin und was muss ich dort alles unterschreiben? Fragen über Fragen, die binnen Bruchteilen von Sekunden mein Hirn materten.

Doch die recht nette Stimme fragt zunächst einmal lapidar, ob sie mich denn gweweckt hätte…

NEIN – ich steh´immer um sechs auf, weil es ja täglich sein kann um sieben angerufen zu werden.

Worum es ging? Zitat: “Um die Aufklärung eines Verbrechens!”

Worum tatsächlich?

Um das. Da es sich um einen Mietwagen handelte, wurde ntürlich zunächst die Mieterin des Fahrzeugs verdächtigt. Da auf dem Foto aber eindeutig ich zu erkennen bin, habe ich gleich einen Brief nach Kassel geschickt, wo ich klar machte, dass ich der Fahrer zum Zeitpunkt war. Daraufhin bekam ich letzten Samstag einen Anhörungsbogen zugeschickt, den ich bis dato noch nicht ausgefüllt habe.

Allerdings hat wohl auch die Polizei ein Verfahren eröffnet – wieso auch immer – und deshalb der Anruf.

So, wenn DAS jetzt also schon ein Verbrechen ist, was zum Geier ist dann eine Vergewaltigung oder ein Raub?

Ich bin ehrlich sprachlos.

…Mr. Volleyball es alleine gegen eine Verbandsligamannschaft aufnimmt und gewinnt?

Glaubt ihr nicht?

Ist aber so passiert…

Wenn jmd zufällig ein video davon findet oder jmd beim zdf jmd kennt, der das mal besorgen könnte, würde ich mich freuen. Das würde ich doch mal ZU gerne sehen….

… dann kann er bekanntlich was erzählen. Eine Reise habe ich getan. Aber diese an sich birgt nicht so viel zu erzählen, wie die Anreise (welches für sich schon das erzählerische Highlight des gesamten Kurztrips war!):

Samstag – 6:06h

Der Wecker klingelt. Eigentlich müsste ich aufstehen, da der Bus, der mich zum Flughafen bringt um 6:45h abfährt. Leider habe ich mir die Nacht zuvor noch bis um 3h um die Ohren gehauen – Fazit: Ich bekomme vom alltäglichen SWR3-Morning-Programm nix mit!

Samstag – 6:35h

Ich schrecke hoch! Ein Blick auf die Uhr und mit wird schlagartig bewusst, dass ich noch genau 10 Minuten habe, um mich anzuziehen, die Taschen fertig zu packen und zum Bus am Bahnhof zu kommen. Ich ahne schon, dass dies eine sehr sportliche Angelegenheit wird. Ich springe aus dem Bett und lande direkt auf allen Vieren. Ich habe wohl in der Nacht etwas zusammen geknotet geschlafen und mein linkes Bein verweigert seinen Dienst. So krabbele ich also ins Bad und ziehe mich am Waschbecken empor. Getreu dem Motto: “Ich kenne Dich zwar nicht, aber ich wasche dich trotzdem” blicke ich in den Spiegel. Ich sehe wirklich scheiße aus! Das Haar steht in alle Richtungen, die Augenringe haben die Größe von ner Gucci-Sonnenbrille und meine Augen sind so rot, wie die Sonnenseite des Mars. Wenn ich es nicht besser wissen würde, würde ich sagen, ich habe gestern gesoffen wie ein Loch, aber dem war nicht so. Nun denn – schnell Wasser ins Gesicht und in die Haare. Zähne geputzt (na ja, es war ein Zahnpflegekaugummi – zu mehr hat es einfach nicht gereicht!) und rein in die Klamotten. Das klingt einfacher, als es am Ende war. Aber letztlich schaffe ich es durch T-Shirt, Hemd und Hose zu kämpfen und dabei wirklich alles richtig herum anzuziehen. In die Schuhe geschlüpft – natürlich erstmal falsch herum probiert – und die Taschen geschnappt. Tür zu, Licht aus, Dunkel! und ab zum Bus.

Samstag – 6:46h

Argh – bin ich zu spät? Ist der Bus schon weg? Nein! Noch stehen einige Mitreisende am Bahnhof und warten geduldig auf ihre Beförderung. Der Bus hat natürlich Verspätung. Fast 10 Minuten stehe ich am Bahnhof und überlege, ob ich etwas wichtiges vergessen habe. Nein, alles scheint an seinem Ort zu sein und nach dem ersten Adrenalinschock beginne ich mich etwas zu entspannen.

Samstag – 7:01h

Nachdem alle eingeladen sind, fährt der Bus endlich ab. Geplante Ankunftszeit am Flughafen ist 7:55h. Ich muss bis 8:35h eingecheckt haben, sonst komme ich nicht mit. Innerlich beginne ich mir schon wieder die verschiedenen Horrorszenarien auszumalen:

Der Bus könnte in einen Stau geraten und zu spät ankommen, er könnte auch eine Panne haben oder der Busfahrer verpasst die Ausfahrt. Mein Zeitplan ist relativ eng, so dass ich ein Stoßgebet gen Himmel schicke, dass ich rechtzeitig am Check-In bin.

Samstag – 7:28h

Busfahrer sind schon harte Hunde. Es gibt ja diesen einen Witz, wo ein Busfahrer und ein Pfarrer in den Himmel kommen und der Pfarrer zwar eingelassen wird, aber der Busfahrer einen VIP-Status erhält. Auf die Nachfrage vom Pfarrer, warum dies denn so sei, wo er doch jeden Sonntag so viele Schäfchen in seiner Kirche versammeln konnte, antwortet ihm Petrus, dass dies zwar stimme, aber bei jeder Fahrt des Busfahrers alle Passagiere begonnen haben intensiv zu beten und das 5 Tage die Woche.

Soweit ist es Gottlob noch nicht gekommen, aber er legt einen durchaus flotten Zahn auf den Asphalt. LKW Überholverbot? Wayne interessiert´s? Geschwindigkeitsbegrenzung? Kenn´ ich nicht! So kommen wir tatsächlich um 7:59h am Flughafen an. Respekt! Da haben sich die 10,50€ für die Fahrt durchaus gelohnt!

Samstag – 8:14h

Ich stehe in der Schlange zum Check-In. Ein kurzer Blick in meine Reiseunterlagen zeigt mir, dass ich die Buchungsnummer dabei habe. Ebenso eine Kopie meines Personalausweises, für den Fall, dass ich selbigen in Ungarn verlieren sollte. Sicher ist sicher.

Samstag – 8:17h

Ich bin an der Reihe. “Buchungsnummer und Personalausweis bitte!”, sagt die nette Dame am Schalter. Klar, Buchungsnummer kann ich auswendig und der Perso ist in meinem Portemon… MOMENT MAL! Wo ist mein Perso?

Beim Anblick des leeren Fachs meines Geldbeutels überkommt mich die Antwort auf diese Frage wie ein Kurzfilm. Ich habe den Perso gestern Abend noch schnell mit meinem Scanner kopiert und ihn vergessen wieder in das Portemonnaie zu stecken. Oh Gott. Noch knapp 25 Minuten bis der Schalter schließt. Ich frage, ob eine Kopie nicht auch gehen würde. Die Dame verneint und verweist mich an die Information zwei Schalter weiter. Verzweifelt rufe ich zu Hause an und bitte eine Freundin mir den Perso per Auto schnell vorbei zu bringen. Doch schon während sie die Frage stellt, wie lange sie noch Zeit hat, wird mir klar, dass 25 Minuten einfach viel zu kurz sind. Diese Option ist gestorben.

Samstag – 8:21h

Ich stehe am Infoschalter und bespreche mich mit der anwesenden Dame. Die Panik ist mir ins Gesicht geschrieben. Der Flug war ein Weihnachtsgeschenk und für meine Verhältnisse nicht gerade billig. Ich habe noch nie ein Flugzeug verpasst. Also die letzte Möglichkeit versuchen: Ein vorläufiges Reisedokument beim Bundesgrenzschutz der Bundespolizei beantragen. Das kostet 10€ – kein Problem. Ich will nur in diesen Flieger! Doch der Keim der Hoffnung, der auf meinem Gesicht zu erkennen ist, wird von der netten Damen an der Information jäh vernichtet. Die Fluggesellschaft akzeptiert keine vorläufigen Reisedokumente. Ich habe ausgespielt!

Samstag – 8:31h

Ich sitze wieder im Bus zurück nach Mainz. Welch ein Desaster. Ich habe mich so auf ein paar entspannte Tage in Ungarn gefreut und nun dies! Ich rufe meine Freundin in Ungarn an – wecke sie also und erzähle ihr, dass ich nicht mitkomme. Zunächst glaubt sie an einen Scherz, doch ihr wird recht schnell klar, das dies nicht so ist. Ungarn adé!

Samstag – 9:27h

Hallo Mainz, schön Dich zu sehen, auch wenn ich daran nicht so schnell gedacht hätte! Tief betrübt schleiche ich mich nach Hause. Dort angekommen begrüße ich erst einmal meinen Personalausweis. Wie ist es Dir so ergangen? Gut rumgelegen? Na, das freut mich aber!

Was nun? Mein Lebensmotto wäre nicht “Never give up!”, wenn ich mich jetzt mit der Situation abfinden würde. Also gehe ich im Kopf die mir noch bleibenden Möglichkeiten durch um evtl. doch noch auf anderem Wege nach Ungarn zu gelangen:

1. Flugzeug: Ich klicke mich durch verschiedene Seiten, aber so kurzfristig sind die Flüge natürlich extrem teuer. Der günstigste Flug geht am Dienstag und kostet nochmals 100€. Dies würde allerdings mein Budget sprengen. Ich bin nicht in der Lage oder Willens nochmal mehr als 50€ auszugeben, Außerdem würde ich am Donnerstag schon wieder zurück fliegen. Das heißt, ich hätte einen Tag dort. Lohnt nicht!

2.Bahn: Es gibt ein Europa-Spezial der DB. Für 40€ nach Budapest. Super! Aber ebenfalls erst am Dienstag! So ein Scheiß. Der normale Fahrpreis beträgt 135, also ebenfalls raus.

3.Bus: Mit Eurolines kommt man nach Budapest – allerdings ebenfalls erst am Dienstag! Haben sich alle gegen mich verschworen? Das kann doch nicht sein?

4.Auto: Hm, selbst fahren kommt nicht in Frage. Zu lange und ich würde den Rückflug ebenfalls nicht nutzen können. Das heißt, mir bleibt nach meiner Sucherei nur noch eine einzige Möglichkeit: Die Mitfahrzentrale.

Ich durchstöbere die Angebote und finde auch zwei Möglichkeiten für den Sonntag. Der eine fährt von Karlsruhe, der andere fährt aus Oldenburg. Letzteren versuche ich zuerst zu erreichen. Doch leider geht niemand ans Telefon. Also an den Ersten gewandt. Er klingt recht teilnahmslos, da er die Strecke wohl wöchentlich fährt. Eine Zugfahrt nach Karlsruhe würde nochmal 20€ kosten und ich wäre am Montag morgen irgendwann in Budapest. Ich beschließe, mir das Ganze noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen und ihn später erneut anzurufen. Während ich über diese Möglichkeit noch etwas nachdenke, durchstöbere ich das Netz nach weiteren Mitfahrzentralen. Und siehe da, ich entdecke eine, auf der jemand tatsächlich heute noch von Hannover nach Budapest fährt. Um 13h startet er. Wir telefonieren kurz und ich frage ihn, ob er im Rhein-Main-Gebiet vorbei fährt. Leider trifft er erst bei Würzburg auf die A3, so dass er mich nicht am Flughafen in Frankfurt abholen kann. Dies wäre der einfachste Weg gewesen, aber so muss ich mir eben einen einfach Ort ausdenken, den er ansteuern kann. Würzburg liegt nahe, ist aber relativ groß – dort den Bahnhof zu finden könnte kompliziert werden und dass will ich Laszlo nicht zumuten. Nachdem ich Erlangen, Schweinfurt und Kitzingen durchgegangen bin, fällt meine Wahl schließlich auf Fulda. Das liegt direkt an der A7, die Laszlo ebenfalls befährt und ist relativ klein, so dass es einigermaßen einfach sein dürfte den Bahnhof zu finden. Wir verabreden uns für 16h am dortigen Bahnhof.

Samstag – 12:22h

Ich habe drei Stunden gebraucht, um mir eine alternative Route zu suchen und bin auf dem Weg zum Bahnhof. Mit meinem Studi-Ticket fahre ich sogar kostenlos bis Fulda. Leider verpasse ich die erste S-Bahn knapp, so dass ich noch 30 Minuten warten muss.

Samstag – 13:43h

Hauptbahnhof Frankfurt. Der Zug nach Fulda fährt erst um 14:35h los und ich beschließe etwas essen zu gehen. Es liegt noch ein langer Tag vor mir und ich muss mich stärken.

Samstag – 15:50h

Der Zug ist kurz vor Fulda. Höchst interessante Leute treffe ich hier. Eine Paar mit Tochter steht mit mir zusammen an der Tür. Sie ist vielleicht 13 oder 14 Jahre alt und trägt den “Tokio-Hotell-Bill”-Gedächtnis-Look. Schwarz-Blau Haare, Ringelstrümpfe, Chucks, Rock und ein zerfetztes Shirt über einem Pulli. Na ja, sowas habe ich früher auch gemacht – kaputte Jeans gehörten zu der Zeit zu meinem Markenzeichen. Doch als ich auf ihre Schuhen den Spruch “Rape me!” lese, klappt mir die Kinnlade herunter. Wäre das meine Tochter, würde ich mal ein ernstes Wort mit ihr reden. Dies spottet jeder Frau, die so etwas schon einmal erleben musste und gehört sicherlich nicht an die Schuhe eines Teenagers.

Samstag – 16:30h

Es ist kalt in Fulda. Ich habe mich durch den Bahnhof gefragt und die einfachste Route zum Bahnhof ermitteln können. So stehe ich also draußen vor dem Gebäude und warte auf Laszlo, in der Hoffnung, dass er meine Anweisung per SMS erhalten hat und dieser auch folgt.

Samstag – 16:47h

Ein silberner Opel Astra mit Braunschweiger Kennzeichen irrt ein wenig orientierungslos vor dem Bahnhof umher. Er stellt sich unvermittelt auf den Bürgersteig ca. 100 Meter von mir entfernt und auf einmal klingelt mein Handy. Es ist Laszlo. Als ich dran gehen möchte, blinkt der Astra kurz mit seinem Fernlicht auf. Ich scheine mit meiner Vermutung recht behalten zu haben, dass dies Laszlo sein könnte. Ich gehe auf ihn zu und stelle fest, dass er ein nett aussehender Mitdreißiger ist, vor dem ich sicherlich keine größere Angst zu haben brauche. Dies war immerhin eine gewisse Befürchtung von mir. Bei solchen “Mitfahrten” (übrigens meine erste!) trifft man ja auf allerhand komisches Volk. Zu mindestens habe ich das gehört. Wäre ich eine Frau, hätte ich diese Reise sicherlich nicht auf diesem Wege angetreten – ein Dank an dieser Stelle an meine Eltern :-)

Samstag – 17:05h

Wir befinden uns auf der A7 in Richtung Budapest. Ich kann es noch nicht glauben, denn immerhin dachte ich noch vor knapp 9 Stunden, dass ich es nicht mehr nach Ungarn schaffen würde. Aber man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben, denn nach dem “Beinahe-Verschlafen” und dem Vergessen des Personalausweises kann ja noch allerhand passieren. Innerlich sehe ich mich schon in Ungarn im Straßengraben liegen oder ewige Zeit im Stau stehen, weil ein Rumänischer Laster partout nicht einsehen wollte, warum er einen polnischen Kleintransporter vorbei lassen sollte.

Samstag – 22:07h

Wir passieren die Österreichische Grenze. Laszlo hat mir auf der Fahrt ein wenig von sich erzählt. Er hat Elektrotechnik oder etwas ähnliches studiert, mit dem Schwerpunkt auf Fotovoltaik-Anlagen. Dies möchte er dazu nutzen, um seine Heimatregion (Siebenbürgen) wirtschaftlich ein wenig zu helfen. Zwar hat er einen Job in Deutschland, tritt diesen allerdings erst Anfang nächsten Jahres an und verbringt somit erst einmal einen Monat zu Hause. Das Auto hat er für seine Schwester gekauft, da Rumänien ab 1.1.2007 Einfuhrzölle für Autos erhebt. Eine Anmeldung ausländischer Autos kostet dann ca. 1000 bis 1500€ extra. Viel Geld für die Menschen in diesem doch noch recht armen Land. Ebenfalls berichtet er mir ein wenig darüber, dass die meisten Bewohner Siebenbürgens von ihrer Abstammung Ungarn sind, allerdings einen rumänischen Pass besitzen. Das heißt, sie sind weder in dem einen, noch in dem anderen Land wirklich zu Hause bzw. willkommen. Ein wenig mehr zu der Geschichte etc. findet sich bei Wikipedia – vor allem im Artikel über Rumänien. Das was hinter verschlossenen Türen geschieht wird dort natürlich nicht beschrieben. Generell lässt sich aber sagen, dass die Ungarn in diesem Gebiet keinen leichten Stand haben, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen.

Während er mir so von sich und seiner Herkunft erzählt, stelle ich zu meinem Schrecken fest, dass mein Handyakku sich langsam dem Ende neigt. Dabei muss er noch mindestens zehn Stunden durchhalten und im Notfall auch das eine oder andere Gespräch über sich ergehen lassen. Ich beschließe also beim nächsten Stop ein Ladegerät für´s Auto zu kaufen.

Sonntag – 00:10h

Wir erreichen Wien. Ich war noch nie in dieser Stadt und dachte bisher immer sie hätte vielleicht die Ausmaße von Köln, Hannover oder Stuttgart. Doch ich werde eines Besseren belehrt. Wir befahren eine Umgehungsstraße, und können auf dieser einen wunderschönen Blick auf die nächtliche Stadt erhaschen. Ich bin von der Größte geradezu überwältigt. Laszlo sagt mir dazu nur in seiner trockenen Art: “Dies ist nur die Südseite von Wien – also nur ein kleiner Teil!” Mir reicht das völlig. Ich sehe bis zum Horizont nur Lichter und schwöre mir, diese Stadt irgendwann einmal zu besuchen.

Zwischenzeitlich haben wir schon an einer Tankstelle angehalten, allerdings gab es dort nur Ladegeräte für 15(!)€. Dies ist mir um einiges zu teuer und ich hoffe auf die nächsten Rastplätze.

Sonntag – 00:22h

Nächste Tankstelle. hier kosten die Ladegeräte knapp 9€. Das ist mir eigentlich immer noch etwas zu teuer. Auch wenn ich mich vielleicht später dafür verfluchen werde, beschließe ich noch die nächste Rast abzuwarten, dort aber auf jeden Fall ein Ladegerät (unabhängig vom Preis) zu kaufen. Zwischenzeitlich habe ich mein Handy immer mal wieder für einige Zeit ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Dies hat zur Folge, dass ich eine besorgte SMS von meiner Freundin aus Ungarn bekomme, in der sie bittet mich doch umgehend zu melden, da sie Angst hat, mir könnte etwas passiert sein, weil sie mich telefonisch nicht erreichen konnte. Ich zerstreue ihre Sorgen und versuche auf der Weiterfahrt ein wenig zu schlafen, da ich doch sehr müde bin.

Sonntag – 01:27h

Eine letzte Rast in Wien und mein Glück scheint mich nicht verlassen zu haben. ich finde ein Ladegerät für 5€. Super! Die nächsten Stunden kann ich mein Handy also wieder angeschaltet lassen, für den Fall der Fälle und ich habe später noch genug “Saft” um evtl. ein paar Anrufe zu tätigen.

Sonntag – 01:38h

Ungarn – wir benötigen auch hier eine Vignette. Laszlo geht direkt an der Grenze in einen Laden, um eine zu besorgen. Danach bittet er mich doch bis kurz vor Budapest weiter zu fahren. Dies wundert mich, da ich mich in Österreich und Deutschland sicherer gefühlt hätte, als auf mir unbekannten Wegen in einer mir unbekannten Sprache. Aber darüber hat er sich wohl keine Gedanken gemacht. Er ist einfach nur sehr müde. Dies bemerke ich, als er keine fünf Minuten, nachdem wir weiter fahren tief und fest eingeschlafen ist.

Sonntag – 03:03h

Budapest. Laszlo und ich haben kurz vor der Stadt erneut die Plätze getauscht und er fährt mich zum Bahnhof, an dem der Zug nach Szeged abfährt. Ich habe meine Freundin vor ein paar Stunden gefragt, wann denn der erste Zug abfährt und sie sagte mir etwas von 6h. Ich bereite mich also auf eine Nacht in Nyugati vor. Davor hatte ich die ganze Zeit die meiste Angst. Unbekanntes Land, unbekannte Sprache und ich alleine nachts in der großen Hauptstadt am Bahnhof. Keine guten Aussichten. Doch meine Befürchtungen sind unbegründet. Zunächst stellt sich heraus, dass der erste Zug schon um 4h abfährt und am Bahnhof treibt sich weit weniger zwielichtiges Volk herum, als ich dachte. Ich kaufe mir in einer Schalterhalle, die sich vor großen europäischen Bahnhöfen wie London oder Paris nicht zu verstecken braucht (abgesehen von der Renovierungsbedürftigkeit) mein Ticket. Zuvor habe ich Laszlo noch seinen “Lohn” für die Mitnahme gegeben. 30€ hat mich der Trip nur gekostet. Ein wahres Schnäppchen. Ich setze mich also in den Bahnhof und warte.

Sonntag – 04:00h

Ich sitze heil und unbeschadet im Zug nach Szeged. Unglaublich aber wahr. Ankunft um 7:15h! Um nicht einzuschlafen, da ich Angst um meine Habseligkeiten habe, beginne ich diesen Eintrag vorzuschreiben. Doch nach einer knappen Stunden bin ich so müde, dass ich beschließe mir den Wecker zu stellen und ein wenig die Augen zu schließen. Dabei verstaue ich meine Taschen unter meinen Füßen, damit ich aufwache, falls sich jemand daran zu schaffen machen sollte.

Sonntag – 06:35h

Der Wecker klingelt und es ist saukalt im Wagon. Mein Schlaf war kurz und unruhig. Immer wieder bin ich hochgeschreckt und konnte mich nicht wirklich entspannen. Der Zustand der ungarischen Bahnlinien und der Wagons tat dazu sein übriges. Mein Wagon ist leer und plötzlich kommt der Schaffner herein. Ich spricht mich an und ich verstehe nur Bahnhof. Nachdem ich mit den Worten “Englisch? Deutsch?” klar mache, dass ich nichts verstehe, fragt er in gebrochenem Deutsch “Wohin?” Ich antworte mit “Szeged” und er antwortet beruhigend mit einem “Ah, gut gut, sitzen bleiben!” Ja gut, nichts anderes hatte ich vor. Dennoch wundere ich mich, warum es auf einmal so kalt in meinem Wagon ist und begebe mich auf die Suche nach dem offenen Fenster, denn die Heizung läuft noch. Ich entdecke, dass die Zwischentür geöffnet ist und als ich sie schließen möchte, fällt mir auf, dass ebenfalls die Außentür des Wagon aufsteht. Ich frage mich kurz, ob sie da wohl jemand beim Schwarzfahren erwischt und nach guter alter Väter Sitte einfach aus dem Zug geworfen haben. Mich überkommt ein Schauer und ich bin froh, dass der Schaffner mein Ticket akzeptiert hat.

Ich beschließe meine Freundin anzurufen, um ihr mitzuteilen, dass ich in einer knappen halben Stunde da bin. Natürlich wecke ich sie erneut, da sie sich auf eine Ankunft um 9h eingestellt hat. Sie klingt reichlich verschlafen und ich beschließe alleine mit dem Taxi in die Stadt zu fahren, wenn ich angekommen bin. Ich bitte sie mir die Adresse zu schicken und warte auf das Ende der Zugfahrt.

Sonntag – 07:17h

Szeged. 99% meiner Reise liegt hinter mir. Ich gehe vor den Bahnhof und spreche einen Taxifahrer an. Dieser kann ebenfalls etwas Deutsch und nachdem wir uns auf einen Preis von 800Ft geeinigt haben, fährt er mich zu der angegebenen Adresse. Die erste Taxifahrt meines Lebens. gibt es schöneres, als damit einen so coolen Trip zu beschließen? Ich glaube kaum!

Sonntag – 07:32h

Ich bin angekommen. So richtig kann ich es noch nicht glauben. Nach mehr als 25 Stunden Odyssee durch halb Europa habe ich mein Ziel erreicht. Mein erster Gedanke gilt dem mich erwartenden Bett. Dies nutze ich quasi sofort und verschlafe den halben Tag. Erst um 17h werde ich wieder meine Augen öffnen.

Der Rest der Urlaubs war natürlich nicht halb so spannend wie die Anreise. Es hat mir sehr gut dort gefallen und vielleicht komme ich Szeged mal wieder besuchen. Aber diesmal sicherlich wirklich mit dem Flieger! Die Rückreise verlief übrigens ohne größere Probleme. War schon beinahe langweilig – aber nur beinahe…